Wahlkampf à la Villa Borg
Der große Wahlkampf im Gasthaus Scherer – Zwischen Sturm, Sonne und Souvlaki
Kapitel 1: Die Hitzewelle und das Wahlfieber
Villa Borg – einst ein friedlicher Ort zwischen Weinhang und Wasserbüffelweide – wurde jüngst gleich von zwei Naturgewalten heimgesucht: einer gnadenlosen Hitzewelle und der Wahl zur neuen Leitung des Gasthauses Scherer. Während draußen die Temperaturen auf 43 Grad kletterten und der Leukbach bedrohlich gluckerte, brodelte drinnen die politische Stimmung – geschürt durch hitzige Diskussionen über Speisekarten, Sitzplatzverteilung und die Frage, ob Bubbi, der ehrenwerte Archäologe und Blogger, kandidieren darf.
Die Gäste schwitzten nicht nur wegen der Hitze. Es ging um viel: um Einfluss, Tradition, die letzte Portion Breitmaulfrosch auf Pak-Choi – und natürlich um die Frage, ob die antike Inspiration der Villa Borg eine moderne Führung verdient.
Kapitel 2: Die Kandidaten – oder: Odysseus trifft auf Dorfpolitik
Die Wahl fiel in eine Zeit, in der die Villa Borg sich zunehmend als Schmelztiegel von Vergangenheit und Zukunft verstand. Man wollte neue Helden, echte Strategen, keine klassischen Thekenhocker. Und so traten sie auf:
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Bubbi, der mit seiner „Liste der Olympischen Einheit“ für antike Werte, Gleichgewicht in der Speisekarte und mehr Mythen in der Dorfpolitik kämpfte. Sein Slogan: „Götter haben auch mal klein angefangen.“
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Sibille, Chefin der Kühlraum-Initiative, versprach mehr Schattenplätze, eine genderneutrale Weinkarte und einen wöchentlichen Dionysos-Abend mit Moussaka & Met. Ihr Team trug weiße Togen mit Klimaanlagen-Akkus im Gürtel.
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Theo „der Händler“, der sich auf den Epen um Handel und Kolonisation berief, versprach mehr Import aus der Ägäisregion, darunter Olivenöl für die Dorfküche – aber auch ein „Statuenfreies Borg“. Sein Motto: „Schluss mit den Marmorgötzen, her mit den Deals!“
Kapitel 3: Debatte bei 38 Grad – Demokratie in der Thermik
Im Gasthaus Scherer traf man sich zur großen Kandidatenrunde – bei lauwarmem Bier und schmelzender Ziegenkäseplatte. Die Diskussion driftete rasch ab: von politischen Visionen hin zu Thermik im Toilettenbereich, dem antiken Thermenrecht und dem Vorwurf, dass Bubbi in einem versteckten Epos Hinweise auf eine göttliche Thronfolge verankert habe
Der Wirt versuchte zu schlichten, aber da donnerte ein Unwetter über Borg, das selbst Zeus Respekt eingeflößt hätte Stromausfall, Wasser im Keller, Wahlzettel durchnässt – das Chaos war perfekt.
Kapitel 4: Der Styx am Schanktisch – Zwischen Mythos und Wahrheit
Während der Leukbach sich über den Biergarten ergoss, flohen die Kandidaten in den Keller, wo sie – wie in einer modernen Unterwelt – über Sinn und Unsinn der Wahl diskutierten. Bubbi zitierte Homer, Theo zückte eine SWOT-Analyse, Sibille organisierte improvisierte Kühlung mit Küchengeschirr. Eine Diskussion entbrannte, ob man den Wahlkampf nicht ganz abschaffen und stattdessen ein antikes Losverfahren einführen solle – mit Weinamphore und Scherben.
In diesem Moment erschien Hektor vom Stammtisch, Veteran des Weinanbaus, und schlug vor, die Wahl dem Orakel von Borg zu überlassen – einem umgebauten Zigarettenautomaten, der seit 1994 nur noch Weisheiten in Frakturschrift ausspuckt.
Kapitel 5: Die Entscheidung – Zwischen Amphore und Algorithmus
Nach der Wiederherstellung der Stromversorgung wurde neu gewählt – diesmal digital, per App: "Agora Now" – eine von Schülern der Villa Borg programmierte Plattform, die antike Abstimmung mit Blockchain-Technologie verband. Ergebnis:
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Bubbi gewann knapp – mit einer Koalition aus Thermenfreunden, Dionysos-Romantikern und Fröschern.
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Theo erklärte sich zum Handelsbeauftragten.
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Sibille wurde Kulturbeauftragte – und kündigte sofort die erste „Platonische Ladies Night“ im Scherer an.
Kapitel 6: Das neue Zeitalter im Gasthaus Scherer
Die neue Ära begann mit einem Fest, das an die Kolonialtage der Griechen erinnerte: es gab gebratenen Oktopus auf Leinöl, Aphrodite-Schorle und den feierlichen Vortrag „Wie die Hitze den Charakter formt – von Sparta bis Saarland“.
Und während draußen erneut die Sonne brannte und der Leukbach auf olympisches Niveau stieg, saß man drinnen zusammen – vereint durch Geschichte, Gläser und Gelächter.
Fazit: Wahlkampf à la Villa Borg
Was lehrt uns diese Geschichte?
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Demokratie ist wie Moussaka: geschichtet, heiß, aber wenn sie gelingt – ein Hochgenuss.
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Mythen leben weiter – im Gasthaus, im Blog, in der Hitze.
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Und: In Borg wird nicht gewählt, um zu herrschen, sondern um gemeinsam zu lachen, zu trinken – und vielleicht ein kleines Stück Antike in die Gegenwart zu holen.
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