Warum lag er auf dem Bauch? – Archäologiepark Römische Villa Borg
„Warum lag er auf dem Bauch?“ – Ein Fall für Decurio Marcus
Eine Geschichte basierend auf realen Funden der Villa Borg
Prolog: Ein unheimlicher Fund
Herbst 98 n. Chr., Villa Borg
Decurio Marcus, Kommandant der Cohors III Gallorum, stapft durch den Schlamm der Baustelle „Auf Schiffels“. Der neue Parkplatz für die Mansio soll noch vor Wintereinbruch fertig werden – doch dann stoßen die Arbeiter auf einen Leichnam. Ein Mann, auf dem Bauch liegend, die Hände im Schlamm verkrampft. Keine Münzen, keine Amulette, nur ein seltsamer Metallglanz zwischen seinen Zähnen. Marcus befiehlt:
„Schickt einen Boten nach Trier. Das hier ist kein Unfall.“
Der Verdacht
Ermittlungsprotokoll
- Tatort: Der Tote lag in einem Mauergraben, der zur Mansio gehört – einer Station des cursus publicus.
- Identität: Der Mann trug eine Fibel alpinischen Designs. Seine Strontium-Werte verraten: Er kam aus den Bergen Raetiens (heute Schweiz/Österreich).
- Letzte Mahlzeit: Gerstenbrei mit Sauerampfer – typisch für die lokale Küche. Doch warum aß er in der Mansio?
Verdächtige
- Lucius, der Schmied: Der Hufschmied der Villa Borg flucht über „lästige Fremde“. Sein Lehrling sagt aus: „Der Tote suchte Lucius vor drei Nächten auf. Sie stritten sich um eine Lieferung Zinn.“
- Valeria, die Wirtin: Sie betrieb die Mansio – doch seit Wochen fehlen Meldungen über Durchreisende. „Der Mann war kein Gast. Er fragte nach einem gewissen … Silvanus.“
- Silvanus, der Verwalter: Der rechte Hand des Villenbesitzers reagiert gereizt: „Ich kenne keinen Bergbewohner. Und jetzt lasst mich in Ruhe!“
Akt 2: Das Geheimnis des Zahns
Im Lagerhaus findet Marcus einen zerbrochenen Tiegel mit Resten einer Zinn-Blei-Legierung – genau das Material der Zahnfüllung. Der Schmied Lucius gesteht:
„Der Mann wollte, dass ich ihm den Zahn repariere. Er hatte Höhenangst – vom Klettern in den Bergen, versteht ihr? Aber als ich die Legierung prüfte … da war etwas falsch.“
Analyse der Legierung:
- Das Zinn stammte aus Britannien – streng kontrolliert durch die Legionen.
- Der Tote war kein Schmied, sondern ein Bergarbeiter, der illegal Erz schmuggelte.
Akt 3: Der Verrat
Marcus deckt auf: Silvanus, der Verwalter, handelte mit gestohlenem Zinn. Der Tote – ein Kurier aus Raetien – sollte ihn überführen. Doch als er Beweise sammelte, vergiftete Silvanus ihn mit Bilsenkraut im Gerstenbrei. Um die Spuren zu verwischen, warf er den Leichnam in den Graben – auf den Bauch, damit die Seele nie in die Unterwelt finde.
„Er hätte mich ruinieren können! Diese verdammten Bergratten …“ – Letzte Worte des Silvanus
Ein unvollendetes Grab
Marcus lässt den Toten nach römischem Recht umdrehen und außerhalb der Siedlung bestatten. Auf der Steintafel steht:
„Ein Fremder, der die Wahrheit suchte.“
Die Zahnfüllung aber behält Marcus als Beweis – und als Mahnung.
Historische Fakten – Realität (Villa Borg)
- Funde: Skelett in Bauchlage, metallene Zahnfüllung, Herkunft Alpenraum
- Kontext: Bergarbeiter-Schmuggel, Giftmord, korrupter Verwalter
- Fundort: „Auf Schiffels“ (Mansio)
- Analyse: Strontium-Isotopenanalyse, britannisches Zinn als Plot-Element
Interaktive Spurensuche
🔍 Entdecken Sie selbst:
- Virtueller Rundgang durch „Auf Schiffels“
- 3D-Scan der Zahnfüllung
- Infos zur römischen Metallverarbeitung
„Die Vergangenheit ist ein Krimi – manchmal fehlt nur der richtige Ermittler.“ – Dr. Bettina Birkenhagen, Leiterin der Ausgrabungen
PS: Die reale Ausstellung „Tabu & Tod“ in der Villa Borg enthüllt weitere Funde – kommen Sie vorbei! 🏺
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Quelle Foto Copy x |
Römische Bestattungsszene (Rekonstruktion nach antiken Quellen).
Ein Bruch mit der Tradition
Während die Römer ihre Toten meist auf dem Rücken mit Grabbeigaben bestatteten, lag unser Unbekannter auf dem Bauch – ein klarer Tabubruch. Was verrät uns das über seinen Status?
🏛️ Typisch Römisch
- Gestreckte Rückenlage
- Grabbeigaben (Münzen, Keramik)
- Friedhöfe außerhalb der Siedlung
⚡ Unser Fall
- Bauchlage mit verdrehten Armen
- Keine Beigaben
- Fund im Siedlungsschutt
Drei Theorien – eine Wahrheit?
🔒 Soziale Ächtung
War er ein Verbrecher oder Sklave? In Rom wurden Hingerichtete oft nicht bestattet.
Fremdheit
Die Isotopenanalyse zeigt: Er kam aus einer fernen Region – vielleicht wurde er nie akzeptiert.
Notbestattung
Gab es eine Seuche? Doch aus dem 1. Jh. n. Chr. sind keine Epidemien in der Region bekannt.
Ihre Meinung zählt!
Warum lag der Unbekannte auf dem Bauch?
Was die Knochen verraten
🗺️ Herkunft
Strontium-Isotope deuten auf eine Kindheit im Alpenraum hin.
🧬 DNA
Keine Verwandtschaft zu lokalen Bevölkerungsgruppen.
⏳ Datierung
C14: 50–100 n. Chr. (Blütezeit der Villa Borg).
Nächste Folge: Der rätselhafte Zahn!
Erfahren Sie am 15. April, warum die metallene Zahnfüllung Medizinhistoriker begeistert.
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