Magische Nacht in der Römischen Villa Borg: Wenn Legionäre das Erbe der Antike erwecken






Magische Nacht in der Römischen Villa Borg: Wenn Legionäre das Erbe der Antike erwecken

Von Anna Weber
Perl, 10. März 2025 – Wenn die Sonne hinter den Hügeln des Moseltals versinkt und der Mond über der Römischen Villa Borg aufsteigt, erwacht die Geschichte zu neuem Leben. 

Am Freitag, dem 14. März 2025, verwandelt sich der Archäologiepark in ein Labyrinth aus flackernden Fackeln, geheimnisvollen Schatten und antiken Geschichten. 

Unter dem Titel „Nachts im Museum mit Germanicus“ lädt die Villa zu einer Zeitreise der besonderen Art ein – eine Hommage an das römische Erbe, die Historie und Sinnesfreuden vereint.


Ein Legionär kehrt heim

Die Besucher:innen werden von niemand Geringerem als Lucius Iulius Germanicus empfangen, einem Soldaten der Cohors II Raetorum civium Romanorum equitata. In authentischer Rüstung und mit der Autorität eines erfahrenen Legionärs führt er die Gäste durch das nächtliche Anwesen.

„Vor fast 2.000 Jahren stand ich hier Wache“, beginnt Germanicus seine Erzählung, während sein Umhang im Wind flattert. „Doch heute Abend ist die Villa nicht nur ein Stein gewordenes Relikt – sie lebt.“

Der Rundgang startet im Herrenhaus, dessen marmorne Böden und rekonstruierte Wandmalereien im Kerzenschein schimmern. Germanicus berichtet vom Alltag einer römischen Elitefamilie, von politischen Intrigen und der Kunst des otium (Muße). „Hier wurden Entscheidungen getroffen, die bis nach Rom hallten“, raunt er, während seine Hand über die Reliefs einer Jupiter-Statue gleitet.


Im Garten der Mythen

Durch einen Bogengang gelangt die Gruppe in den Innenhofgarten, der an diesem Abend in warmes Licht getaucht ist. 


Zwischen duftenden Kräuterbeeten und Springbrunnen enthüllt Germanicus Legenden über römische Gottheiten und lokale Geister. „Die Laren, unsere Hausgötter, wachen noch immer über diesen Ort“, erklärt er und deutet auf einen Altar, der mit Olivenzweigen geschmückt ist.

Höhepunkt ist die antike Badelandschaft, wo einst römische Ingenieurskunst und Luxus aufeinandertrafen. 

Im Hypokaustum, der Fußbodenheizung der Antike, spüren die Gäste noch heute die Wärme der rekonstruierten Öfen. „Hier diskutierten die Herren über Philosophie – und die Sklaven über die Launen ihrer Herren“, scherzt Germanicus, während das Wasser im Caldarium leise plätschert.


Cena Romana unter Sternen

Nach der Tour erwartet die Gäste eine kulinarische Zeitreise: Auf bronzenen Tabletts werden libum (Honigkuchen), moretum (Kräuterkäse) und mit Garum gewürzte Oliven serviert. 


Dazu reicht Germanicus einen edlen Tropfen Mulsum, einen mit Honig verfeinerten Gewürzwein. „So speisten selbst Caesar und Cicero“, erklärt er, während das Lagerfeuer im Innenhof Funken in den Nachthimmel sprüht.


Eine Villa zwischen Geschichte und Gegenwart

Die Römische Villa Borg, erst 1994 nach jahrzehntelangen Ausgrabungen rekonstruiert, gilt als eines der bedeutendsten archäologischen Denkmäler Deutschlands. 


Das Anwesen, einst Zentrum eines weitläufigen Landguts, zeigt nicht nur die Pracht römischer Architektur, sondern auch die Verbindung von Landwirtschaft, Handwerk und Kultur. „Nächte wie diese machen Geschichte fühlbar“, betont Dr. Sabine Klein, Leiterin des Archäologieparks. „Hier verschmilzt die Vergangenheit mit der Fantasie.“


Praktische Informationen

  • Termin: Freitag, 14. März 2025, 18:30 Uhr (Dauer: ca. 2,5 Stunden).

  • Eintritt: 19 € (Erwachsene), 16 € (Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre).

  • Anmeldung: Erforderlich bis 12. März unter Tel. 06865 9117-0 

  • oder per E-Mail an info@villa-borg.de.


  • Ort: Archäologiepark Römische Villa Borg, Im Meeswald 1, 66706 Perl-Borg.


Fazit: Die „Magische Nacht“ ist mehr als eine Führung – sie ist ein Theaterstück unter freiem Himmel, ein Fest für die Sinne und eine Brücke in die Römerzeit. Ideal für Familien, Geschichtsliebhaber oder alle, die dem Alltag entfliehen möchten. 


Wie Germanicus beim Abschied sagt: „Die Steine mögen schweigen, aber ihre Geschichten sind unsterblich.“

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