Ein Tag in der Villa Borg: Wenn Geschichte lebendig wird
Willkommen im Archäologiepark Römische Villa Borg
Geschichte der Villa Borg
Die Römische Villa Borg ist ein archäologisches Freilichtmuseum im Ortsteil Borg der saarländischen Gemeinde Perl. Die rekonstruierte Villa rustica bietet Einblicke in das Leben der Römer und wird von der Kulturstiftung Merzig-Wadern getragen. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
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Entdecken Sie die einzigartige rekonstruierte Villenanlage mit archäologischem Museum, prachtvollem Villenbad, harmonischen Gärten, Festräumen, Torhaus, römischer Küche und nicht zuletzt der römischen Taverne, die zum Verweilen einlädt.
Aktuelle Events
Die Villa Borg bietet über das ganze Jahr hinweg unterschiedliche Veranstaltungen und Events an. Es ist sicherlich etwas Passendes dabei.
Kontakt
Adresse: Im Meeswald 1, 66706 Perl-Borg
Telefon: 06865 – 9117-0
Email: info@villa-borg.de
Ein Tag in der Villa Borg: Wenn Geschichte lebendig wird
An einem strahlenden Sommertag entschied ich mich, die Römische Villa Borg zu besuchen. Dieses archäologische Freilichtmuseum liegt im beschaulichen Perl-Borg im Saarland und bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben der Römer vor über 2000 Jahren.
Ankunft und erster Eindruck
Schon beim Betreten des Geländes war ich beeindruckt von der prächtigen Rekonstruktion der Villa rustica. Die weitläufige Anlage erstreckt sich über 7,5 Hektar und umfasst mehrere Gebäudeflügel, darunter das Herrenhaus, die Taverne und das Villenbad. Die Architektur zeugt von der Pracht und dem Wohlstand der damaligen Zeit.
Das Herrenhaus und die Überraschung im Atrium
Mein erster Weg führte mich in das Herrenhaus, das quer zur Mittelachse der Anlage liegt. Im Inneren befindet sich eine große Empfangshalle mit kunstvollen Fresken und Mosaiken. Während ich die Ausstellung archäologischer Funde bewunderte, bemerkte ich plötzlich ein leises Rascheln im Atrium. Neugierig geworden, schaute ich nach und entdeckte einen frechen Spatz, der es sich auf einer antiken Statue gemütlich gemacht hatte. Offenbar wollte auch er einen Blick in die Vergangenheit werfen.
Das römische Bad und die Toga-Panne
Ein Highlight meines Besuchs war das rekonstruierte römische Bad, das die Funktion eines Hypokaustums demonstriert – einer antiken Fußbodenheizung. Die Anlage umfasst ein Frigidarium (Kaltbad), ein Caldarium (Heißbad) und ein Tepidarium (Warmbad). Mutig entschied ich mich, die römische Badekultur selbst zu erleben und zog eine bereitgestellte Toga an. Doch kaum hatte ich das Tepidarium betreten, löste sich der Knoten meiner Toga, und ich stand plötzlich weniger bekleidet da als geplant. Die anderen Besucher schmunzelten, und ich lernte, dass das Anlegen einer Toga wohl doch mehr Übung erfordert.
Die Taverne und das Abenteuer mit dem Garum
Nach diesem kleinen Malheur kehrte ich in der römischen Taverne ein, die Speisen nach den Rezepten des Apicius anbietet, eines berühmten römischen Feinschmeckers. Neugierig bestellte ich ein Gericht mit Garum, einer fermentierten Fischsauce, die in der römischen Küche sehr beliebt war. Als das Essen serviert wurde, stieg mir ein intensiver Duft in die Nase, der mich kurz zweifeln ließ. Doch nach dem ersten Bissen war ich positiv überrascht – manchmal lohnt es sich eben, mutig zu sein.
Der römische Garten und die Begegnung mit dem "Löwen"
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des römischen Gartens, der im Zuge des Projekts "Gärten ohne Grenzen" angelegt wurde. Der Garten ist nach römischem Muster gestaltet und lädt mit seinen duftenden Kräutern, Blumen und Skulpturen zum Verweilen ein. Während ich einen Pfad entlangschlenderte, hörte ich plötzlich ein tiefes Brummen hinter einem Busch. Mein Herzschlag beschleunigte sich – hatten die Römer etwa Löwen gehalten? Vorsichtig lugte ich um die Ecke und entdeckte... einen schnarchenden Gärtner, der sich eine wohlverdiente Pause gönnte. Erleichtert setzte ich meinen Weg fort und musste über meine eigene Fantasie lachen.
Veranstaltungen und lebendige Geschichte
Während meines Besuchs erfuhr ich, dass in der Villa Borg regelmäßig Veranstaltungen stattfinden, die das römische Leben lebendig werden lassen. Von Sonderausstellungen über Gartenführungen bis hin zu Konzerten und literarischen Abenden – das Programm ist vielfältig und bietet für jeden etwas. Besonders hervorzuheben sind die Internationalen Reenactmentmesse im Frühjahr sowie die Römertage am ersten Augustwochenende, bei denen Legionen, Gladiatorenkämpfe und römische Reitkunst präsentiert werden.
Fazit
Mein Besuch in der Villa Borg war nicht nur eine beeindruckende Reise in die Vergangenheit, sondern auch ein Tag voller unerwarteter und humorvoller Erlebnisse. Die detailgetreue Rekonstruktion der Villa, die liebevoll gestalteten Gärten und die vielfältigen Veranstaltungen machen diesen Ort zu einem besonderen Erlebnis. Es ist erstaunlich, wie viel wir von den Römern lernen können und wie ihre Kultur bis heute nachwirkt. Ich kann jedem, der sich für Geschichte und Kultur interessiert, einen Besuch in der Villa Borg wärmstens empfehlen – und vielleicht begegnen Sie ja auch dem ein oder anderen "Löwen".
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