Archäologie zum Mitmachen an der Villa Borg
Das Geheimnis des Goldzahns
Ein historischer Krimi aus der Villa Borg
Der Fund
Im Jahr 1845 erschütterte ein spektakulärer Fund das kleine Dorf Borg. In den Überresten der alten römischen Villa stieß ein Landarbeiter auf ein verwittertes Skelett. Der Schädel war ungewöhnlich – einer der Zähne glänzte golden. Bald kursierten im Dorf Gerüchte: Ein römischer Feldherr, der sich mit dunklen Mächten eingelassen hatte? Ein Verräter, der mit seinem Goldzahn verflucht wurde? Oder gar ein Spion aus längst vergangener Zeit?
Die Spur der Münzen
Der Fund zog rasch Forscher und Abenteurer aus der ganzen Region an. Unter ihnen war der Historiker und Hobbydetektiv Norbert Scherer, der für seine außergewöhnliche Spürnase bekannt war. Scherer spürte sofort, dass hier mehr verborgen lag als nur ein alter Knochenfund.
Als er sich näher mit dem Schädel befasste, entdeckte er auf der Rückseite des Goldzahns eine winzige Gravur: "IVLIVS D.S.". Das war der Schlüssel, den er brauchte. Der Name führte ihn zu einem römischen Decurio namens Julius Decimus Severus, der im Jahr 250 n. Chr. in der Region stationiert war. Laut alten Chroniken war dieser Julius jedoch eines Nachts spurlos verschwunden – mitsamt der römischen Kriegskasse.
Die Jagd beginnt
Mit dieser Entdeckung begab sich Scherer nach Trier, wo ein geheimnisvoller Händler namens Elias Faber angeblich römische Goldmünzen im Umlauf hatte – Münzen, die aus derselben Epoche wie Julius stammten. Scherer gelang es, sich in Fabers Vertrauen einzuschleichen. In einem dunklen Hinterzimmer entdeckte er eine Schatulle voller römischer Denare – und eine alte Karte mit der Aufschrift:
"Der Zahn zeigt den Weg."
Scherer war elektrisiert. Der Goldzahn war kein Schmuckstück – er war ein verschlüsselter Hinweis auf den legendären römischen Schatz.
Die Konfrontation
Zurück in der Villa Borg versammelten sich im Gasthaus Scherer die örtlichen Honoratioren. Scherer enthüllte die Karte und gemeinsam begaben sie sich auf Schatzsuche. Doch sie waren nicht allein. Auch Vladimir Petrov, ein skrupelloser Schatzsucher, hatte von der Entdeckung erfahren und folgte ihnen heimlich durch die dunklen Wälder des Leukbachtals.
Die Spur führte zu einem verborgenen Stollen, tief unter der Villa. In einer engen Kammer entdeckte Scherer einen zerfallenen Lederbeutel – voller römischer Münzen und wertvoller Edelsteine. Doch bevor sie den Schatz bergen konnten, tauchte Petrov mit gezogener Pistole auf.
"Der Schatz gehört mir!", zischte Petrov.
In einem dramatischen Kampf stürzte Petrov in die Tiefe – direkt in einen römischen Brunnen, der sich im Stollen verborgen hatte. Die Münzen und der Goldzahn blieben in den Händen der Dorfbewohner.
Das Vermächtnis
Die Münzen wurden schließlich an das Museum in Trier übergeben. Doch der Goldzahn wurde zu einer Reliquie der Villa Borg – als Symbol dafür, dass Gier und Verrat selbst Jahrhunderte später noch ihre Spuren hinterlassen.
Norbert Scherer kehrte in aller Stille in sein Gasthaus zurück und genehmigte sich einen kräftigen Schluck Bier. "Wieder mal Glück gehabt", murmelte er und prostete dem alten Porträt von Julius Decimus Severus zu, das im Gasthaus an der Wand hing.
Kommentare